Hyaluronsäure-Injektionen: Eine Kostenfrage
Für viele Patienten ist die Frage nach den Kosten entscheidend: Wird die Gelenkspritze von der Krankenkasse übernommen? Die Antwort ist komplex – und hängt davon ab, ob der Patient gesetzlich oder privat versichert ist, welches Präparat eingesetzt wird und in welchem Gelenk.
Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für Hyaluronsäure-Injektionen in der Regel nicht. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Viskosupplementation als IGeL-Leistung (Individuelle Gesundheitsleistung) eingestuft, da der Nutzennachweis nach den strengen Kriterien der evidenzbasierten Medizin als nicht ausreichend bewertet wurde.
Das bedeutet: GKV-Patienten zahlen die Behandlung selbst. Die Kosten werden direkt zwischen Arzt und Patient abgerechnet.
Private Krankenversicherung (PKV)
Privat versicherte Patienten haben deutlich bessere Chancen auf Kostenerstattung. Die meisten PKV-Tarife erstatten Hyaluronsäure-Injektionen, wenn die medizinische Indikation klar dokumentiert ist. Die Abrechnung erfolgt nach GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) – sowohl für die ärztliche Leistung als auch für das Präparat.
Was kostet eine Gelenkspritze?
Die Gesamtkosten setzen sich zusammen aus dem Präparat selbst und der ärztlichen Leistung (Injektion, ggf. Ultraschall). Typische Präparatekosten im Überblick:
- Ostenil Plus 40mg/2ml – Mehrfachserie (3–5 Injektionen), kosteneffizient bei moderater Arthrose
- Durolane 60mg/3ml – Single-Shot, höherer Einzelpreis, aber nur eine Injektion nötig
- Synvisc-One 48mg/6ml – Single-Shot mit hohem Volumen, eine Sitzung genügt
- Monovisc 88mg/4ml – Höchste Hyaluronsäure-Konzentration in einer Injektion
- Orthovisc 30mg/2ml – Bewährte 3er-Serie, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
IGeL-Abrechnung: So läuft es in der Praxis
Bei GKV-Patienten muss vor der Behandlung ein IGeL-Vertrag unterzeichnet werden. Darin werden Leistung, Kosten und die Tatsache, dass die Kasse nicht zahlt, transparent dokumentiert. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben und schützt sowohl Arzt als auch Patient.
Die ärztliche Leistung wird nach GOÄ abgerechnet, typischerweise:
- GOÄ 301 (Injektion in ein Gelenk)
- GOÄ 410/420 (Ultraschall zur Bildgebung)
- Materialkosten für das Präparat
Lohnt sich die Investition?
Aus gesundheitsökonomischer Sicht kann die Viskosupplementation sehr kosteneffizient sein: Eine erfolgreiche Behandlung kann eine Knie- oder Hüftprothese um Jahre hinauszögern. Die Kosten einer Endoprothese inklusive Rehabilitation liegen bei 15.000–25.000 Euro – ein Vielfaches der Injektionskosten.
Fazit für Praxen und Kliniken
Für Arztpraxen und Kliniken ist die IGeL-Abrechnung von Hyaluronsäure-Injektionen ein etabliertes Modell. Entscheidend sind transparente Patientenaufklärung, korrekte GOÄ-Abrechnung und die Wahl des richtigen Präparats für die jeweilige Indikation.
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